Institut für Informatik der Technischen Universität München

Lehrstuhl für Technische Informatik - Rechnernetze

Prof. Dr. Heinz-Gerd Hegering

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[up]Diplom und Master

Erweiterung des Globus Toolkits zur Behandlung Virtueller Organisationen

Hintergrund und Motivation:
Wenn in Zukunft IT-Rechenleistungen wie Versorgungsleistungen, ähnlich der Strom- oder Wasserversorgung, abgerufen werden sollen, wird Grid Computing eine der Grundlagen sein. Grid Computing ermöglicht die gemeinsame Nutzung von Ressourcen wie Rechner, Software und Daten zur Problemlösung in so genannten Virtuellen Organisationen (VO), einer aufgabenspezifischen Kooperation rechtlich unabhängiger realer Organisationen. Ein Charakteristikum von VOs ist deren Dynamik im Inneren (Teilsysteme/Mitglieder können "kommen und gehen" bzw. ihre Serviceleistungen ändern) und Äußeren (VOs werden dynamisch gebildet und aufgelöst). Dem Management Virtueller Organisationen kommt daher eine zentrale Bedeutung zu.

Im Rahmen des D-Grid-Projektes werden am Lehrstuhl verschiedene VO-Management-Dienste auf der Basis entsprechender Standards (Web Services und Open Grid Services Architecture (OGSA)) konzipiert. Ein erheblicher Fragenkomplex liegt dabei in der nahtlosen Integrierbarkeit solcher Dienste in bestehende Middleware-Ansätze. Es zeigt sich, dass aktuellen Grid-Middleware-Ansätzen (Globus Toolkit, UNICORE, gLite) zwar ein VO-Gedanke zu Grunde liegt, die Dynamik Virtueller Organisationen unterstützende Konzepte allerdings nur schwer umsetzbar sind.

Ziel der Arbeit:
Zusammen mit dem Potsdamer Astrophysikalischen Institut soll in dieser Arbeit für das Globus Toolkit ein Konzept erarbeitet werden, das diese Schwierigkeiten überwinden hilft. Dazu wird auf eine Idee des Potsdamer Instituts zurückgegriffen, die Zugehörigkeit zu Virtuellen Organisationen als zusätzliches Attribut in Kern-Datenstrukturen des Globus Toolkits zu übernehmen. Damit verfolgt die Arbeit mehrere Ziele. Es soll zunächst konzeptionell erarbeitet werden, wie ein solches VO-Attribut transparent in das Globus Toolkit integriert werden kann. Anschließend soll das erarbeitete Konzept im Globus Toolkit 4 umgesetzt werden. Schließlich soll an mehreren Use Cases die Tragfähigkeit des Konzeptes und seiner Umsetzung demonstriert werden.

Vorhandene Ressourcen:
Für die Erstellung der Arbeit kann auf eine (einfache) Grid-Infrastruktur am Lehrstuhl und ein LMU/LRZ-Testgrid zurück gegriffen werden. Die Arbeit baut auf einer Reihe bisheriger FOPRAs/SEPs auf. Die Arbeit wird zusammen mit dem Astrophysikalischen Institut Potsdam betreut.

Aufgabensteller:
Prof. Dr. H.-G. Hegering

Anforderungen:
UML, Java, Web Services

Dauer der Diplomarbeit: 6 Monate

Anzahl Bearbeiter: 1 bis 2

Betreuer:
Michael Schiffers, Oettingenstr. 67, Raum D 0.3 (Erdgeschoß), Tel. 2180-9164
Dr. Harry Enke, Astrophysikalisches Institut Potsdam