|
Hintergrund und Motivation:
Der zunehmende Einsatz von Virtualisierungstechnologien in Rechenzentren auf
Ebene der Netze, Speicher und Server führt dazu, dass zunehmend durch Ressourcenpool-Effekte
Hardware konsolidiert werden kann und die Heterogenität der Instrastruktur durch bessere
Management-Funktionen besser handhabbar wird.
In eingebetteten Systemen stehen wir heute in vielen Industrieapplikationen vor
Problemen, die strukturell denen in Rechenzentren ähnlich sind:
- Wachsende Anzahl von verteilten Prozessoren, die einem Gesamtsystem zugeordnet
werden können, z.B. knapp 100 Steuergeräte in Oberklasse-Limousinen. Durch
immer leistungsfähigere Prozessoren wäre hier eine Konsolidierung der Hardware
wünschenswert.
- "Gewachsene" Anwendungen, die z.B. für Plattformen geschrieben wurden, die nicht
mehr von deren Hersteller unterstützt werden und für die auch im Unternehmen kaum
noch Wissen existiert. Wünschenswert wäre hier, dass durch Virtualisierung der
Betrieb mit möglichst geringem Aufwand auch auf einer modernen Infrastruktur weiter
gewährleistet werden kann.
Im Gegensatz zu Szenarien in Rechenzentren haben eingebette Systeme aber in der Regel
zusätzlich folgende Anforderungen:
- harte oder weiche Echtzeit-Anforderungen. Dafür müssen verarbeitungsbedingte Latenzen
in ihrer Streuung begrenzt werden.
- die Anwendungen müssen mit knappen lokalen Resourcen und keiner oder eingeschränkter
Netzkonnektivität auskommen
Diese Anforderungen werden durch die bisher etablierten Virtualisierungslösungen nicht
oder kaum adressiert.
Die zentrale Fragestellung dieser Arbeit lautet darum:
Wie praxistauglich ist der Einsatz von Virtualisierung in eingebetteten Systemen heute?
Ausgehend von einer Definition des Begriffes "praxistauglich" in
Bezug auf eingebettete Systeme (RT-Tasks und non-RT-tasks,
textbasierte und grafische Applikationen, Benchmarks, Szenarien)
soll der State of the Art (Forschungsansätze, erste Software-Lösungen, Hardware-Unterstützung) in Bezug auf Virtualisierung in
eingebetteten Systemen identifiziert werden.
Die Erbringung eines praktischen Machbarkeitsnachweises in Form eines Demonstrators als Proof of Concept
für ausgewählte Szenarien bildet den Schwerpunkt dieser Arbeit. Dieser Demonstrator soll hinsichtlich seiner
Stärken und Schwächen bewertet werden und es ist darzulegen,
welche strukturell ähnlichen Industrie-Szenarien durch ihn adressiert werden können.
Aufgabensteller:
Prof. Dr. H.-G. Hegering
Dauer der Diplomarbeit: 6 Monate
Anzahl Bearbeiter: 1
Betreuer:
Ralf König, Oettingenstr. 67, Raum D0.10, Tel.2180-9113
Harald Rölle, Siemens AG
|